Depression Ursachen

Jun 26
Depression Ursachen

Ursachen einer Depression

Hast du dich jemals gefragt, woher eine Depression überhaupt kommt? Vielleicht wurde bei dir vor Kurzem eine Depression festgestellt und du fragst dich, was dazu geführt hat, dass du dich in dieser Situation befindest. Möglicherweise ist dir vollkommen klar, was deine Depression ausgelöst hat und du suchst lediglich nach einer Bestätigung. Hier findest du Erklärungen und Hinweise.

Zwar gibt es bereits eine Fülle an Informationen zu verschiedenen Auslösern und Risikofaktoren, jedoch ist noch immer nicht geklärt, weshalb Depressionen manche Menschen treffen und andere nicht. Die Ursachen von Depressionen sind in vielerlei Hinsicht immer noch ein Mysterium.

Depressionen können von Person zu Person sehr verschieden sein: Somit variieren auch die Ursachen derer zwischen verschieden Fällen sehr stark.

Zunächst macht es  Sinn, zwischen den folgenden Arten der Depression zu unterscheiden:

  • Psychogene Depression
  • Endogene Depression
  • Somatogene Depression

 

Ursachen der Psychogenen DepressionDepression Ursachen

Die psychogene Depression tritt am häufigsten auf. Kennzeichnend für diese Form der Depression ist, dass sie im Geist, bzw. in der Psyche entsteht und somit keine physiologischen Ursachen hat. Diese Depression ist also auf mentale oder emotionale Auslöser zurückzuführen.

Charakteristisch für die psychogene Depression ist ebenso, dass sie durch äußere Einflüsse zustande kommt: Obwohl sie emotionale Ursachen hat,  kommt sie nicht von „innen“, kommt also nicht „aus dem Nichts”, sondern entsteht im Zusammenhang mit Vorfällen, Situationen oder Beziehungen aus deinem Leben.

Oft handelt es sich bei dieser Form der Depression um ein einschneidendes Lebensereignis, dass dich traumatisiert oder in eine tiefe Trauer gestürzt hat. Verluste, Stress, Streit, Missbrauch: All diese Dinge können psychogene Auslöser einer Depression sein.

Die psychogene Depression kann  in noch weitere Unterkategorien eingeteilt werden:

  • Die reaktive Depression,
  • die neurotische Depression
  • und die depressive Entwicklung.

Die Reaktive Depression

Die reaktive Depression tritt „als Reaktion“ auf ein bestimmtes Ereignis in Erscheinung. Hier spielen meist erhebliche Stressfaktoren, wie zum Beispiel eine Scheidung, eine Trennung, der Tod eines Familienmitglieds, oder Belästigung am Arbeitsplatz die Hauptrolle. Ereignisse, die als direkte Auslöser einer Depression fungieren, werden als „Trigger“ bezeichnet.

Es sollte auch hier bemerkt werden, dass jeder Mensch individuell ist und jeder Mensch andere Reizschwellen hat: Eine Situation, die bei einer Person eine reaktive Depression auslöst, kann eine andere Person komplett kalt lassen.

Hier noch einige Situationen und Begebenheiten, die häufig Auslöser reaktiver Depressionen sind:

  • Unfälle
  • Raubüberfälle
  • Jobwechsel
  • Entlassen  zu werden
  • Finanzielle Probleme und Armut
  • Umzüge
  • Jobunzufriedenheit
  • Brandfälle
  • Naturkatastrophen
  • Der Ruhestand bzw. die Pensionierung
  • Schulprobleme

Manche dieser Lebensereignisse, wie zum Beispiel der Ruhestand oder der Umzug, werden prinzipiell nicht als negativ gesehen, können jedoch trotzdem reaktive Depressionen auslösen, weil sie den gewohnten Lebensrhythmus komplett auf den Kopf stellen. Es bedarf einer radikalen Umstellung – wenn diese nicht glückt, kann es eine reaktive Depression zur Folge haben.

Die Neurotische Depression

Depression UrsachenDie neurotische Depression, heutzutage häufig auch Dysthymie genannt, ist der reaktiven Depression insofern ähnlich, dass es hier auch um nicht verarbeitete Lebensereignisse geht. Ausschlaggebend ist jedoch, dass dieser Depression eine neurotische Persönlichkeitsstruktur zugrunde liegt, die im Zusammenspiel mit belastenden Ereignissen oder Situationen die Störung verursacht.

Ein oft auftretender Auslöser ist eine gestörte oder nicht-vorhandene Eltern-Kind Beziehung, die als belastende Umweltbedingung schon von sehr früher Kindheit an Kummer und Verzweiflung hervorruft. Sollte zudem noch eine neurotische Persönlichkeitsstruktur vorhanden sein, besteht eine hohe Anfälligkeit für die neurotische Depression.

Die neurotische Persönlichkeit  kann folgendermaßen beschrieben werden:

  • erhöhte Ängstlichkeit und Nervosität – leichtes in-Panik-geraten
  • erschwerter Bindungsaufbau zu anderen Menschen  – grundlegendes Misstrauen gegenüber anderen Menschen
  • zwanghaftes Verhalten
  • Unzufriedenheit mit sich selbst
  • hohe Stressanfälligkeit
  • leichte Irritierbarkeit
  • apokalyptisches Denken – das Schlimmste wird erwartet
  • ständige Zweifel
  • schneller Verlust der Fassung
  • schnelles Aufkommen eines Bedrohungsgefühls

Die Depressive Entwicklung / Der Burnout

Auch die depressive Entwicklung entsteht durch äußere Belastungen, diese bestehen jedoch meist über einen längeren Zeitraum und sind anhaltend – man spricht von einer Dauerbelastung.

Eine häufige Form der depressiven Entwicklung ist die Erschöpfungsdepression. Offiziell ist die Erschöpfungsdepression noch nicht dem gängig verwendeten Begriff Burnout gleichgesetzt worden, jedoch ähneln sich die Krankheitsbilder und Ursachen dieser Leiden so sehr, dass es sich zu hoher Wahrscheinlichkeit um die gleiche Störung handelt.

Als Ursache der Erschöpfungsdepression bzw. des Burnouts fallen überfordernde Arbeitsverhältnisse mit  Abstand am häufigsten auf.  Es treten als Ursache eines Burnouts immer wieder folgende Umstände auf:

  • das Gefühl, nur wenig bis gar keine Kontrolle über seine Arbeit zu haben
  • unklare und/oder übermäßig hohe Erwartungen bei der Arbeit
  • Arbeitsatmosphären, die chaotisch sind oder von Hochdruck geprägt sind
  • unzureichende Belohnungen
  • Mangel an Fairness, z.B. bei Bezahlungsgleichberechtigung, Arbeitsbelastung oder Beförderungen
  • Konflikte zwischen den eigenen Werten und den Arbeitsanforderungen
  • gestörte Harmonie innerhalb der Arbeitsgemeinschaft – z.B. Unhöflichkeit oder Mangel an Unterstützung unter Kollegen

Auch wenn Arbeitsprobleme als typische Ursache einer depressiven Entwicklung gelten, sind sie keineswegs die einzigen. Ein anderes Beispiel für eine Ursache dieser Depression sind langanhaltende Eheprobleme, oder auch der langwierige Wiederaufbauprozess in Folge einer Naturkatastrophe.

Ursachen der Endogenen Depression

Die endogene Depression kann als Gegenstück zur psychogenen Depression gesehen werden, denn sie ist im Vergleich zu ihr nicht auf Umwelteinflüsse zurückzuführen.  Wenn du an einer endogenen Depression leidest, weist du zwar die typischen Symptome einer Depression auf, jedoch gibt es keinen ‚Grund‘ dafür.

Das Wort „endogen“ bedeutet so viel wie „von innen kommend“.  Es wird angenommen, dass diese Depression biochemische Veränderungen im Körper als Ursache hat, wobei es noch immer wenig Verständnis davon gibt, was diese Veränderung in Gang setzt.

Die endogene Depression mag besonders verwirrend für dich sein, wenn du ein eigentlich rundum stabiles und glückliches Leben führst und dir deinen seelischen Schmerz somit nicht erklären kannst.Ursachen einer Depression

Genetik spielt bei der Entstehung einer endogenen Depression eine entscheidende Rolle. Eine bekannte Tatsache ist, dass Depressionen bei Vielen in der Familie liegen. Bei einer Familiengeschichte von Depressionen, ist die Wahrscheinlichkeit, eine Depression zu entwickeln erhöht.

Man geht davon aus, dass Depressionen eine komplexe Störung seien: Dies bedeutet, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Vielzahl von verschiedenen Genen gibt, die jeweils ihren Teil zur Depression beitragen. Dementsprechend gibt es kein einzelnes Gen, das für das Depressionsrisiko verantwortlich ist.

Biologische Forscher haben beobachtet, dass es doch einige Merkmale gibt, die bei Depressiven auffällig sind: Der Hippocampus zum Beispiel, ein Teil des Gehirns, der für die Bewahrung von Erinnerungen zuständig ist, scheint bei Personen mit Depression kleiner zu sein als bei anderen Menschen.

Ein kleinerer Hippocampus besitzt weniger Serotonin-Rezeptoren – Serotonin ist einer der vielen Neurotransmitter im Gehirn, die für die Verarbeitung der Emotionen verantwortlich sind.

Weshalb der Hippocampus bei Betroffenen diese Tendenz aufweist, ist noch nicht klar. Manche Experten vermuten, dass Depressive einfach mit einem kleineren Hippocampus geboren werden und daher eine größere Anfälligkeit für Depressionen haben.  

Hier ist es ebenfalls naheliegend, dass es mehrere Gehirnareale gibt, die die Depression im Zusammenspiel miteinander auslösen und es somit unmöglich machen, eine einzelne biologische Ursache festzulegen.

Ursachen der Somatogenen Depression

Die somatogene Depression ist eine Form von Depression, die körperliche Ursachen hat. Hier gibt es wieder mehrere Unterkategorien, nämlich die organische, die pharmakogene und die symptomatische Depression.

Organische Depression

Die organische Depression tritt in Folge von Krankheiten auf, die mit dem Gehirn verbunden sind. Hierzu gehören unter anderem:

  • Migräne,
  • Epilepsie,
  • Hirntumore
  • Hirnarteriosklerose,
  • Hirnatrophie
  • Morbus Parkinson.

Auch Demenz und Hirnhautentzündungen können zur Ursache der Depression werden.

Pharmakogene Depression

Die pharmakogene Depression wird durch die Einnahme von Medikamenten ausgelöst.  Manche Personen vertragen gewisse Pharmazeutika nicht und entwickeln als Nebenwirkung dieser  eine Depression.

Die Medikamente, die diese Nebenwirkung mit sich bringen, können verschiedenster Art sein. Zu ihnen gehören:Ursachen von Depressionen

  • Neuroleptika
  • Antiepileptika
  • Kontrazeptiva
  • Antihypertonika
  • Zystostatika
  • Hypnotika
  • Steroide

Neben diesen Medikamenten gehört Alkoholmissbrauch ebenso zu den Auslösern der pharmakogenen Depression.

Symptomatische Depression

Die symptomatische Depression tritt als Begleiterscheinung von Systemkrankheiten auf. Als Systemkrankheiten werden solche Krankheiten bezeichnet, die nicht nur einzelne Teile des Körpers betreffen, sondern ganze Organsysteme. Systemkrankheiten, die besonders oft affektive Symptome und somit auch Depressionen hervorrufen, sind folgende:

   Endokrine Krankheiten

  • Schilddrüsenunter-  und Überfunktion
  • Nebenschilddrüsenunter- und Überfunktion
  • Cushing-Syndrom
  • Hypoglykämie
  • Morbus Addison

Andere

  • HIV
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Lupus
  • Vitamin B Mangel
  • Folsäuremangel

Fazit zu den Ursachen einer Depression

Die Ursachen und Auslöser von Depressionen sind nicht nur vielfältig und vielschichtig, sondern auch noch immer nicht in vollem Umfang erforscht. Es ist wichtig, dass du dir als Depressiver nicht den Kopf darüber zerbrichst, was deine Depression verursacht haben mag und ob du den Auslöser hättest verhindern können.

Es kommt nicht selten vor, dass Depressive in ihrem Umfeld auf Unverständnis stoßen. Dies liegt daran, dass Depressionen in der Gesellschaft noch immer stigmatisiert sind und leider oft nicht als Krankheit anerkannt werden und von Mitmenschen als “Einstellungsproblem” betrachtet werden.  

Wichtig ist, dass du dir professionelle Hilfe suchst, denn Depressionen sind tatsächlich eine ernstzunehmende Krankheit, die wie andere Krankheiten auch, valide Ursachen hat.

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