F32.2 Major Depression

By Torge Janiesch | Artikel über Depression

Aug 07
Major Depression

F32.2 Major Depression

Bist du ein Mensch, der sich morgens beim Aufstehen nicht auf den anbrechenden Tag freut? Du findest das Leben rundum mühsam und würdest am liebsten für immer und ewig in einem tiefen Schlaf verweilen, oder noch besser: Gar nicht existieren, sodass du nie mehr die qualvolle Mühsal des Alltags ertragen musst? Wenn du dich mit Empfindungen identifizieren kannst, ist es möglich, dass du an einer Depression erkrankt bist.

Da es zahlreiche Arten der Depression gibt, mag es dir schwer fallen zu erkennen, welche Form der Depression bei dir zugeschlagen hat. Eine der eindeutigsten Depressionsformen ist die schwere Depression, die auch als Major Depression oder Unipolare Depression bekannt ist.

Major Depression Ebook

Jetzt gratis den Artikel als E-book runterladen!

Kostenlos diesen Beitrag erhalten!

Eine schwere Depression ist so ausgeprägt, dass du deinen Alltag nicht ohne erhebliche Probleme, wie Antriebslosigkeit, verzweiflungsvollen Kummer, oder emotionale Taubheit  meistern kannst. Selbstmordversuche und Selbstmordgedanken kommen zwar nicht nur, aber äußerst oft vor, wenn du an einer schweren depressiven Episode leidest.

Wenn du eine schwere Depression hast, mag dir nichts unmöglicher erscheinen, als die Vorstellung, wieder glücklich werden zu können. Dennoch ist das vielen schwer Depressiven vor dir gelungen und kann auch dir gelingen.

Erste Anzeichen einer schweren Depression

Zu Beginn äußert sich eine schwere Depression oft in Form von physischen, sogenannten „somatischen“ Symptomen, wie zum Beispiel Erschöpfung, Müdigkeit oder Schmerzen. Nach einer gewissen Weile fängst du auch an, dich bedrückt und interesselos zu fühlen sich auch Int. Erhöhte Irritierbarkeit kommt ebenso häufig zum Vorschein.

Major depression

Beschäftigungen oder Hobbies, die dir früher großen Spaß gemacht haben, reizen und befriedigen dich einfach nicht mehr.  Die Unfähigkeit, bei jeglichen Aktivitäten Genuss und Freude zu erfahren, bezeichnen Ärzte und Psychologen als Anhedonie. Diese Bürde ist meist ein Bestandteil der schweren Depression, die sich schon früh bemerkbar macht.

Symptome einer Schweren Depression – Woran erkenne ich eine Depression?

Die schwere Depression ist die gravierendste der Klassifikationsgruppe F32: Dieser Begriff  kommt von der „International Classification of Diseases“, zu Deutsch: Internationale Klassifizierung von Krankheiten, auch oft auch als ICD-10 bezeichnet. Der Überbegriff F32 weist darauf hin, dass eine depressive Episode des Betroffenen ertsmalig und als einzelne depressive Phase auftritt.

Somit unterscheidet sie sich beispielsweise von der rezidivierenden Depression (F33), die durch sich wiederholende depressive Episoden gekennzeichnet ist.

Keine zwei Personen erleben den Verlauf einer schweren Depression genau gleich. Jeder Mensch ist einzigartig und erfährt seelischen Leid auf seine ganz individuelle Art und Weise. Bei dir mag beispielsweise das Gefühl einer dumpfen Gefühllosigkeit im Vordergrund stehen, bei jemand anderem eine überwältigende, allumfassende Trauer.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du dein Leid nicht verharmlost oder unter den Teppich kehrst, nur weil sie nicht die Depression eines anderen eins zu eins widerspiegelt.

Dennoch gibt es einige allgemeine Merkmale, an denen du eine schwere Depression festmachen kannst.

Die ICD-10 hat nach wissenschaftlichen Erkenntnissen folgende Symptome als Leitsymptome einer depressiven Episode festgelegt:

  • depressive Verstimmung
  • Interessenverlust / Freudlosigkeit
  • verminderter Antrieb mit gesteigerter Ermüdbarkeit

Folgende Beschwerden gelten als weitere Symptome, die aufkommen können:

  • verminderte Denk-, Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit
  • Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls
  • Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle
  • Gefühl der Wertlosigkeit
  • Suizidgedanken bis hin zu suizidalem Verhalten
  • psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung
  • Appetitverlust oder gesteigerter Appetit (mit entsprechender Gewichtsveränderung)
  • Schlafstörungen

Laut ICD-10 gilt, dass bei einer schweren depressiven Episode zwei Leitsymptome und mindestens vier der weiteren Symptome vorhanden sein müssen.

Schwere Depression mit dem Somatischen Syndrom

Für die schwere Depression ist ebenso charakteristisch, dass das somatische Syndrom regelmäßig auftritt, dessen Symptome zum Teil bereits aufgelistet sind. Das Wort “somatisch” kommt vom Griechischen “Soma”und bedeutet “Körper” – das somatische Syndrom beschreibt somit eine Gruppe von körperlichen Symptomen, die mit der depressiven Episode sowie mit der rezidivierenden Depression  einhergehen können.

Die vollständige Symptomatik des Somatischen Syndroms lautet wie folgt:

  • Schlafstörungen: Du hast Probleme beim Ein- und Durchschlafen
  • typisch: Du wachst früh morgens ohne Grund auf, obwohl du nicht ausgeschlafen bist
  • Tagesschwankungen: Deine Stimmung schwankt im Laufe des Tages stark. Vielleicht kommt bei dir das sogenannte Morgentief vor: Deine Stimmung befindet sind direkt nach dem Aufwachen auf dem Tiefpunkt und verbessert sich nach und nach.
  • Appetitstörungen
  • häufig:  Du leidest an Appetit- und Gewichtsverlust
  • seltener: Du hast mehr Appetit als sonst, isst sehr viel und nimmst möglicherweise stark zu
  • Erschöpfung: Du hast keine Energie und absolut keinen Tatendrang
  • Libidoverlust: Dein Sextrieb hat  sich wie in Luft aufgelöst
  • verstärktes Schmerzempfinden: Du hast öfter und stärkere Schmerzen als vorher
  • Sonstige häufige Störungen: Du leidest unter Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Ohrgeräusche, Muskelkrämpfe, Verstopfung…

Schwere Depression

Wenn du an einer schweren Depressiven Episode leidest, sollten mindestens vier Symptome des somatischen Symptoms vorhanden sein.

Laut ICD-10 solltest du erst von einer schweren Depression ausgehen, wenn du eine mindestens zweiwöchige schwer depressive Phase hinter dir hast, während der du an einem enormen Maß an seelischem Stress und erheblicher Beeinträchtigung gelitten hast.

Die schwere Depression ist besonders schwer auszuhalten, weil du ihre Symptome fast durchgehend spürst. Vielleicht empfindest du sie als so unerträglich, wie einen stechenden Zahnschmerz, der schlichtweg nicht abklingt.

Als betroffene Person kriegst du kaum eine Pause, um dich zu sammeln, mal tief durchzuatmen, einen Rettungsplan zu schmieden. Somit entsteht ein tückischer Teufelskreis, aus dem du dich nur schwer selbst befreien kannst.

Im Angesicht des qualvollen Zustandes, in dem sich Betroffene befinden, wundert es nicht, dass Sie sie sich weitestgehend aus sozialen Situationen zurückziehen und viel Zeit in Isolation verbringen. Dies verschlimmert den Zustand jedoch zumeist nur.

Solltest du dich selbst bei dieser Beschreibung wiedererkennen, mag das verschiedenste Reaktionen bei dir auslösen: Vielleicht fühlst du dich erleichtert, weil du nun etwas Klarheit über deine Situation hast. Andererseits könnte dir die Vorstellung an einer schweren Depression zu leiden große Angst machen.

Sollte die Mindestanzahl der bestimmenden Symptome bei dir präsent sein, versuche nicht in Panik auszubrechen. Auch wenn es sich nicht so anfühlen mag: Es ist höchst unwahrscheinlich, dass dein Zustand dauerhaft so bleibt.

Abertausende Menschen haben das, was du jetzt erlebst, bereits durchgemacht und es in einem Stück auf die andere Seite geschafft.

Schwere Depression mit psychotischen Symptomen

Es gibt zwei verschiedene Arten der schweren depressiven Episode: Die eine ereignet sich ohne psychotische Symptome, die andere mit psychotischen Symptomen.

Wenn du dich während einer Depression mit einer Psychose konfrontiert siehst, fühlt es sich so an, als ob du „verrückt“ wirst, beziehungsweise, den Bezug zur Realität verlierst.

Die psychotischen Symptome können als Wahnerscheinungen oder als Halluzinationserscheinungen auftreten, wobei letzteres sehr selten auftritt. Wahnzustände beschreiben feste Überzeugungen, die die Bewältigung deines Alltags erschweren oder beeinträchtigen, jedoch nicht real sind und sich nicht objektiv bestätigen lassen; Halluzinationen hingegen, sind Sinnestäuschungen, die dich Dinge wahrnehmen lassen, die in der Realität nicht existieren.

zu den möglichen Wahninhalten gehören:

  • Verarmungswahn: Die wahnhafte Überzeugung, du seist verarmt oder würdest bald verarmen
  • Schuldwahn: Die wahnhafte Überzeugung, du seist an allem Schuld
  • Hypochondrischer Wahn: Die wahnhafte Überzeugung, du seist krank bist oder würdest erkranken
  • Nihilistischer Wahn: Die wahnhafte Überzeugung, die Welt existiere nicht oder du selbst würdest nicht existieren
  • Verkleinerungswahn: Die Überzeugung, du würdest körperlich schrumpfen

Major depressionen

Die Arten von Wahn und Halluzinationen, die auftreten, beziehen sich häufig auf deine negativen Gefühle. Zum Beispiel könntest du Stimmen hören, die dich kritisieren, oder dir sagen, dass du nicht verdienst zu leben: Dies würde auf einen Schuldwahn ebenso wie die Halluzination zutreffen.

Der sogenannte hypochondrische Wahn, zum Beispiel, ist durch starke irrationale Sorgen um die eigene körperliche Gesundheit gekennzeichnet. Leidest du an einem hypochondrischen Wahn, könntest der festen Überzeugung sein, du hättest eine schwere Krankheit, wie zum Beispiel Krebs, obwohl du keine Symptome vorweist und dir vielleicht sogar schon von einem Arzt bestätigt wurde, dass du gesund bist.

Hast du einen Verarmungswahn, wirst du zum Beispiel die Überzeugung nicht los, dass dir all dein Geld ausgehen wird, sodass du in Armut leben musst oder obdachlos wirst.

Psychosen sind sehr ernstzunehmende Krankheiten, denn sie können dich dazu bringen, dich selbst zu verletzen oder gar umzubringen.  Nicht alle Wahnsymptome enden auf so fatale Art, jedoch ist jeder Wahn eine extreme psychische Belastung.

Wenn du den Verdacht hast, dass du psychotische Symptome erleidest, traue dich den Schritt zur professionellen Hilfe zu gehen. Lass dir gesagt sein, dass dir in aller Regel mit einem hohen Maß an Empathie und Unvoreingenommenheit begegnet werden wird.

Ursachen von Depressionen

Die genaue Ursache der  schweren Depression ist noch immer ungeklärt, jedoch gibt es einige Faktoren, die die Entwicklung einer Depression begünstigen können. Ebenso können traurige, lebensverändernde oder traumatische Vorfälle im Leben der Betroffenen als auslösende Ereignisse der Depression wirken.

Gewisse Personengruppen haben eine erhöhte Anfälligkeit für schwere Depression – dazu gehören zum Beispiel solche, die Multiple Sklerose oder Parkinson haben, wie auch solche, die vor kurzem einen Schlaganfall erlitten oder ein Kind bekommen haben (siehe Postnatale Depression).

Eine Kombination von Genen und Stress kann die Hirnchemie beeinflussen und die Fähigkeit der Gemütsregulierung beeinträchtigen. Veränderungen im Hormonhaushalt können auch zur Entwicklung der schweren depressiven Episode beitragen.

Die schwere depressive Episode kann zudem durch folgende Dinge ausgelöst werden:

  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Gewisse Erkrankungen, wie z.B. Krebs, Parkinson oder eine Schilddrüsenüberfunktion
  • Gewisse Medikamente, wie z.B. Steroide

Forscher versuchen herauszufinden, ob es ein Gen gibt, das Depression verursacht. Ganz gleich ob es eine bestimmte Ursache für Depressionen gibt oder nicht, wichtig ist, dass du dir selbst keine Vorwürfe machst, weil du glaubst Schuld daran zu sein. Depressionen sind eine Krankheit wie jede andere auch: Dich trifft also keine Schuld. Wage den Schritt zur professionellen Hilfe – er könnte für dich der erste Schritt in ein gesundes und erfüllendes Leben sein.

Bewältigungsstrategien und Behandlungsmethoden bei einer schweren Depression

Bei einer schweren Depression sollten Self-Help Methoden lediglich als ergänzende Maßnahmen zur professionellen Therapie betrachtet werden. Vertage deinen Gang zum Profi nicht, aus einer Überzeugung, deinen Zustand alleine zu bewältigen zu können.

schwere depressive episode

Selbsthilfemethoden bei schwerer Depression

Zu den ergänzenden Selbsthilfestrategien, die du anwenden kannst, gehören:

  • Deine Diagnose akzeptieren

Viele Personen, insbesondere Männer, haben trotz glasklarer und sirenenalarmartiger Anzeichen Schwierigkeiten damit, ihre Diagnose zu akzeptieren. Es mag sich für dich anfühlen wie ein Zeichen der Schwäche und eine zutiefst schambehaftete Angelegenheit sein, deine Depression einzusehen. Womöglich versuchst du „stark“ zu sein, und deine Beschwerden allein zu meistern. Leider stellst du dir mit dieser Herangehensweise nur selbst das Bein. Eine schwere depressive Episode kann nicht verdrängt werden –  das verschlimmert deinen Zustand in der Regel nur. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, also tu dir selbst einen Gefallen und akzeptiere deine Diagnose und nehme regelmäßig Medikamente oder andere Therapien, die dir verschrieben worden sind.

  • Sozialen Kontakt aufrechterhalten

Die Symptome einer Depression verleiten Betroffene dazu, sich von anderen Menschen abzuschotten und in Isolation zu leben. Du solltest möglichst versuchen deinem Isolationsdrang zu widerstehen. Soziale Interaktionen, vor allem mit vertrauten Personen, können nicht nur Trost spenden, sondern auch verhindern, dass du dich in deine negativen Gedankenmuster hineinsteigerst. Lasse dir von deinen Mitmenschen helfen. Nehme Einladungen zu sozialen Veranstaltungen an, selbst wenn sie dir zu dieser Zeit nicht mehr viel Spaß bereiten.

  • Andere mal für dich machen lassen

Depression ist häufig ein überfordernder Zustand. Die Anforderungen des alltäglichen Lebens stellen für dich weitere Stressfaktoren dar, die deine ohnehin schon überwältigenden Emotionen auf die Spitze treiben. Aus diesem Grund ist es wichtig, Verantwortungen an andere abzugeben, wo es nur möglich ist. Deine Bedürfnisse während dieser schweren Zeit sollten oberste Priorität haben. Wenn möglich, bitte deine Freunde und Familie darum, dir ein paar deiner Verantwortungen abzunehmen.

  • Deine Gedanken und Gefühle ausdrücken

Ein bekannter Weg, schwierige Emotionen zu mildern, ist die Verarbeitung deiner Gefühle in Wort und Schrift. Rede mit Familie, Freunden oder einem Therapeuten über deine Probleme. Du kannst auch ein Tagebuch führen – dieses wird dir auch Klarheit über deine eigene Situation verschaffen, weil du so deine Gedankengänge in schwarz und weiß vor dir stehen hast und analysieren kannst.

  • Sport und Bewegung

Regelmäßige sportliche Betätigung hat nachweislich eine positive Auswirkung auf das Wohlbefinden und eine anti-depressive Wirkung. Nebenbei bietet Sport dir eine Möglichkeit, deine Laune aufzubessern und andere Menschen kennenzulernen – zum Beispiel im Fitnessstudio oder im Teamsport. Sport dient auch als ideale Ablenkung, denn negative Gedankenspiralen können kaum auftreten, wenn du mitten in einer sportlichen Aktivität bist.

  • Zeit mit Haustieren verbringen

Viele Menschen, die an Depressionen leiden, finden es beruhigend und beglückend, Zeit mit Tieren zu verbringen.  Nicht nur sind Tiere hervorragende Lehrer: Sie sind stets im hier und jetzt, achten nur auf das Wesentliche und nehmen sich immer genau das, was sie brauchen ohne darüber nachzudenken. Sie bieten dir auch bedingungslose Liebe, egal wie es dir gehen mag.

  • Auf dich selbst Acht geben

Respektiere deinen Körper und deine Bedürfnisse. Gerade in einer Zeit der schweren Depression ist es von großer Wichtigkeit, dass du genug schläfst, dich gesund ernährst, auf Alkohol und Drogen verzichtest und von den richtigen Leuten umgeben bist. Positive Lebensumstellungen können viel verändern und große Fortschritte herbeiführen. Neben diesen Self-Help-Methoden gibt es einige professionelle Behandlungsmethoden, die bei einer schweren Depression mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Einsatz kommen.

Medikamente gegen Schwere Depression

Es gibt die Möglichkeit, Medikamente zu nehmen. Sogenannte Psychopharmaka wirken zumeist durch eine durchdachte Manipulation der  Glückshormone und Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Norepinephrin. Die meisten Antidepressiva zielen darauf ab, die Wiederaufnahme dieser Neurotransmitter in die Gehirnzellen zu hemmen, sodass sie länger in den Gehirnschaltkreisen zirkulieren.

Es heißt, dass die Erhöhung der Neurotransmitter die Kommunikation zwischen Nervenzellen im Gehirn verbessern soll, was dazu führt, dass die Gehirnfunktionen gestärkt werden, die für Stimmungsregulierung zuständig sind.

Wenn sich das für dich zu gut anhört, um wahr zu sein, könntest du damit Recht haben – denn die Nebenwirkungen von Psychopharmaka sind nicht zu unterschätzen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen unter 25 können sich die Symptome in den ersten Wochen der Behandlung sogar verschlimmern.

In den ersten Wochen der medikamentösen Behandlung sollte dein Zustand genauestens beobachtet werden. Bei Selbstmordgedanken solltest du umgehend deinen Arzt informieren.

Hilfreiche Psychotherapien bei Major Depression

Neben der medikamentösen Therapie gibt es verschiedene Psychotherapien, die sich bei der schweren depressiven Episode als erfolgreich erwiesen haben.

Schwere Depression

Im Allgemeinen kann man Psychotherapien als Behandlungen beschreiben, bei der die Patienten mit professionellen Personen sprechen, die fundiertes psychologisches Wissen besitzen und psychotherapeutisch ausgebildet sind. Es gibt verschiedene Formen der Psychotherapie, man kann jedoch grob festmachen, dass Psychotherapien folgendes bewirken sollen:

  • Sich an die aktuelle Krise anpassen
  • Negative Glaubenssätze und Verhaltensweisen identifizieren und sie mit gesunden, bzw. positiven ersetzen
  • Erfahrungen und Beziehungen aufarbeiten und positive Interaktionen mit Anderen entwickeln
  • Bessere Wege finden,  mit Situationen umzugehen und Probleme zu lösen
  • Auslöser deiner Depression identifizieren und Verhaltensweisen ändern, die sie verschlimmern
  • Frieden, Genugtuung und Kontrolle in dein Leben rücketablierenen und depressive Symptome wie Hoffnungslosigkeit und Rage abschwächen bzw. auflösen
  • Realistische Ziele setzen
  • Bessere Umgangsweisen mit Kummer erlernen

Wenn eine schwere Depression sehr fatal ist, kann auch der stationäre Aufenthalt in einer Klinik in Frage kommen. Dies tut es vor allem dann, wenn du dich selbst nicht mehr normal versorgen kannst oder die Gefahr der Selbstverletzung besteht. Ein stationärer Aufenthalt in einer Psychiatrie kann dir einen sicheren Raum und professionelle Betreuung bieten, bis dein Zustand sich wieder stabilisiert hat.

Elektrokonvulsionstherapie und Transkraniale Magnetstimulation bei Schwerer Depression

Bei manchen schwer Depressiven, zumeist solchen, bei denen die Medikamente keine Wirkung erzielt haben oder die aus gesundheitlichen Gründen keine Antidepressiva nehmen können, kommt die Elektrokonvulsionstherapie (EKT), oder  die Transkraniale Magnetstimulation (TMS) zum Einsatz.

Bei der EKT werden  unter Vollnarkose  Stromimpulse an das Gehirn geleitet. Diese Prozedur soll die Funktion der Neurotransmitter im Gehirn verändern und erzielt damit typischerweise eine sofortige Erleichterung der depressiven Symptome, wenn andere Behandlungen fehlgeschlagen sind.

Die TMS kommt auch am ehesten dann zum Einsatz, wenn andere Therapiemethoden fehlgeschlagen sind. Während dieser Prozedur sitzt du in einem Lehnstuhl, während eine Spule an deiner Kopfhaut befestigt wird. Die Spule sendet kurze magnetische Impulse an die Nervenzellen deines Gehirns, die für die Gemütsregulation und Depressionen verantwortlich sind. Für gewöhnlich findet diese Behandlung fünf mal die Woche über eine Gesamtdauer von sechs Wochen statt.

Fazit

Die schwere Depression ist ohne jeden Zweifel eine der schmerzlichsten psychischen Krankheiten, die es gibt. Sie möchte dir die Freude aus deinem Leben rauben, doch das musst du ihr nicht erlauben. Mit der richtigen Behandlung — von traditioneller Psychotherapie bis hin zu Medikamenten und Lebensstil-Anpassungen — kannst du deine Depression in den Griff kriegen und deine Lebensqualität zurückgewinnen.

Jetzt gratis den Artikel als Ebook runterladen !

Kostenlos diesen Beitrag erhalten!